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ASP - Abstraktion vom Ort der Datenverarbeitung

Editorial des Email-Newsletters Januar/Februar 2009 vom 22.02.2009


Abstraktion beim IT-Einsatz bedeutet Vereinfachung, lästige Details ignorieren zu können, mehr Optionen zu haben. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die DOS-Zeiten zurück, wo sich regelmäßig Abgründe auftaten, wollte man einen bestimmten Drucker aus einem bestimmten Programm heraus verwenden. Heute können wir davon längst abstrahieren, heute gilt „plug and  play“. Mit jeder Weiterentwicklung der IT entstehen neue Abstraktionsmöglichkeiten. So kann heute der IT-Anwender in Branchen wie der Steuerberatung davon abstrahieren, an welchem Ort seine Datenverarbeitung stattfindet, im PC unter seinem Schreibtisch, auf einem Server in den Unternehmensräumen oder auf einem irgendwo stehenden Server, auf den über Internettechnologie zugegriffen wird. Die Voraussetzungen für diese Abstraktion sind längst gegeben. Breitbandnetze zur Datenübertragung, sichere und geschützte Datenübertragung, alternative Datenkanäle. Fällt DSL aus, kann kurzfristig auf Mobilfunk oder ISDN umgeschaltet werden.

Dem Kanzleiinhaber eröffnen sich damit neue unternehmerische Optionen: Der Betrieb der Kanzlei-IT in Eigenregie oder die Auslagerung (Outsourcing) von zentralen Teilen der IT. Wenn in der Kanzlei nur noch internetfähige PCs oder Notebooks benötigt werden, wenn Datensicherung kein Thema mehr ist, weil diese vom Dienstleister, dem Application Service Provider (ASP) erledigt wird, wenn für einen Heimarbeitsplatz ein Internetanschluss ausreicht, und wenn beim Mandantengespräch nur das Notebook aufgeklappt werden muss und alle Daten sind sofort vor Ort verfügbar, dann sind das gewichtige Argumente bei der Überlegung zum Betrieb der Kanzlei-IT.

Neu ist das ASP-Konzept nicht, auch nicht für Steuerberater. Angebote dafür sind schon seit Jahren am Markt. Doch erst in den letzten ein bis zwei Jahren scheint sich eine spürbare Nachfrage aus den Kanzleien danach zu entwickeln. Bei der Entscheidung für oder gegen eine ASP-Lösung spielen nicht nur Sachargumente eine Rolle, sondern auch das Vertrauen in den Service-Anbieter, gerade auch bei Steuerberatern. Sind meine Daten bei ihm gut aufgehoben? Wird er die nächsten Jahre stabil am Markt bleiben? Zwar kann man nicht in die Zukunft schauen, doch viele ASP-Anbieter sind keine Unbekannten. Das sind Anbieter von Kanzleilösungen und auf Steuerberater spezialisierte Systemhäuser, Unternehmen also, mit denen die Kanzlei vielleicht schon viele Jahre zusammenarbeitet und die sie ziemlich genau einschätzen kann.

Völlig davon abstrahieren, wo der ASP-Server steht, darf der Steuerberater aber nicht. Der Server sollte schon in Deutschland stehen, denn die Verlagerung von Buchführungen ins Ausland muss genehmigt werden. All die, die bereits ASP einsetzen, sollten sich daher fragen, ob im Vertrag mit Ihrem Serviceprovider auch festgeschrieben ist, dass sich die Hardware in Deutschland befindet.

Wer übernimmt welche Aufgaben und Arbeiten? Diese Frage muss sich die zukunftsorientierte Kanzlei nicht nur in der Zusammenarbeit mit den Mandanten stellen, sondern auch in der Zusammenarbeit mit ihren IT-Partnern. Das gilt für Kanzleien jeder Größe. Insbesondere für kleinere Kanzleien können ASP-Lösungen attraktiv sein, denn je kleiner ein Unternehmen ist, desto schwerer fällt diesem eine professionelle IT-Administration. Und dann gilt: Vereinfachung durch Abstraktion.

Wer ASP für Steuerberater anbietet, werden Sie demnächst im Branchenführer des Forums erfahren.

Ihr Gerhard Schmidt

Diese Seite wurde im Februar 2009 in das Forum aufgenommen und im Februar 2009 zuletzt geändert.

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