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BFH schränkt Datenzugriff ein – und nun?

Editorial des Email-Newsletters 10-2009 vom 21.10.2009

21.10.2009

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

Das Finanzamt kann den Zugriff auf Daten von gesetzlich nicht vorgeschriebenen elektronischen Aufzeichnungen nicht verlangen. So hat der BFH unlängst entschieden.

Das ist erfreulich. Doch lässt sich das Urteil auch problemlos in der Praxis nutzen? Lassen sich die Buchführungsdaten so filtern, dass wirklich nur die Daten dem Betriebsprüfer zur Verfügung gestellt werden, für die es eine Aufzeichnungspflicht gibt? Für alle Zugriffsarten, den (un)mittelbaren Datenzugriff sowie die Datenträgerüberlassung ? Fragen Sie einmal Ihren Softwareanbieter, ob seine Kanzleisoftware das kann.

Vor- und Nebensysteme sind für den Prüfer nun auch tabu: Die Daten des Fakturaprogramms müssen genauso wenig dem Finanzamt zur Verfügung gestellt werden wie die Daten des Reisekostenprogramms.

Das sind frohe Botschaften, die Sie als Steuerberater Ihren Mandanten überbringen können. Doch, wenn Daten nicht zur Verfügung gestellt werden müssen, heißt das noch lange nicht, dass Daten nicht zur Verfügung gestellt werden können. Das kann durchaus im Interesse des geprüften Unternehmens liegen. Wenn in den Daten nichts Auffälliges gefunden werden kann, dann ist die Prüfung schneller beendet und der Prüfer früher wieder weg. Wie viele Daten allerdings freiwillig überlassen werden, muss für jedes Unternehmen, für und mit jedem Mandanten individuell entschieden werden. An einer entsprechenden Beratung kommen Sie als kundenorientierter Steuerberater (siehe Literaturhinweis!) hier nicht vorbei.

Wenn Sie Ihre Mandanten bisher eine spezifische GDPdU-Beratung vorenthalten haben, dann sind Sie nach dem BFH-Urteil nun besser dran. Kein Einnahme-Überschuss-Rechner kann Ihnen mehr verwerfen, Sie hätten versäumt, ihn auf die Pflicht zur elektronischen Aufbewahrung der Daten seiner Vor-und Nebensysteme hinzuweisen.

Wenn Sie dagegen Ihre Mandanten in GDPdU-Fragen besonders engagiert beraten, dann können Sie das auch kundtun. Lassen Sie sich einfach im Partnerportal "Forum Elektronische Steuerprüfung" (www.elektronische-steuerpruefung.de) kostenlos in dessen Steuerberaterverzeichnis eintragen.

Ihr Gerhard Schmidt

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