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Selbstbild und Fremdbild im Internet

Editorial des Email-Newsletters 06-2010 vom 30.06.2010

30.06.2010

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

 

"Social Networks: Facebook ist (Scheidungs-)Anwalts Liebling" war jüngst ein Artikel in Spiegel-Online überschrieben. Dessen Tenor: Das Internet ist eine Fundgrube für Informationen über Personen, die ein anderes Bild von diesen geben, als sie sich selbst sehen. Diese Informationen lassen sich insbesondere bei Rechtsstreitigkeiten nutzen. 

Nun befinden wir uns hier nicht im privaten, sondern im unternehmerischen Umfeld, doch die Feststellungen gelten nicht nur für privat genutzte soziale Netzwerke, sondern auch für geschäftlich genutzte. Ja auch für den Grenzfall eines sozialen Netzwerkes, die Unternehmenshomepage in ihrer kommunikativen Funktion zwischen dem Unternehmen und seinen Kunden.

Mit zwei Fragen sollten wir uns auseinandersetzten: Kennen wir die Informationen, die im Internet über unsere Kanzlei / über unser Unternehmen und uns selbst verfügbar sind? Nutzen wir die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, diese Informationen zu kontrollieren?

Wenn ich auf so mancher Kanzlei- oder Unternehmenshomepage "News" oder "Aktuelles" anklicke und feststelle, dass die jüngste Meldung mehr als ein halbes Jahr alt ist, dann zeigt sich, dass das Gegenteil von "gut" "gut gemeint" ist. Also: Bei der eigenen Homepage mit der Kontrolle der Internetinhalte anfangen! Denn das Internet vergisst nichts, auch nicht Ihre Homepage. Wussten Sie, dass unter www.archive.org ein riesiges Internetarchiv existiert? Geben Sie dort einmal Ihre eigene Internetadresse ein. Sie werden überrascht sein, wie viele alte Versionen Ihrer Seite Sie dort finden können. Nicht nur Sie, auch andere. Ermittler beispielsweise wie Steuerfahnder.

Zurück zu den sozialen Netzwerken. Ich werfe bei einem neuen geschäftlichen Kontakt immer erst einen Blick in XING (www.xing.com). Wenn ich dort veraltete oder nicht konsistente Informationen finde, mache ich mir schon so meine Gedanken.

Natürlich weiß ich als Betreiber von Internetportalen mit hunderten von Seiten, wie leicht es passieren kann, dass die Inhalte auf einzelnen Seiten nicht mehr aktuell sind. Dennoch sollte man gelegentlich etwas Zeit dafür spendieren, zu prüfen, ob das Bild, das über die eigene Person und das eigene Unternehmen sich aus Online-Informationen zusammensetzen lässt, im eigenen Sinne ist. Stellen Sie sich doch einfach einmal auf den Standpunkt eines gegnerischen Anwalts oder eins Ermittlers und recherchieren Sie im Netz Informationen, die bösartiger weise gegen Sie verwendet werden könnten. Viel Spaß dabei und aufschlussreiche Erkenntnisse!

Ihr Gerhard Schmidt

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