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Qualitätsoffensive statt Standesdünkel

Editorial des Email-Newsletters 10-2010 vom 29.10.2010

29.10.2010

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".


Vielleicht sollten sich unsere Kammerfunktionäre und Generalstaatsanwälte weniger mit dem Schreiben von juristische Schriftsätzen befassen und dafür mehr mit dem Lesen. Der Werke von Marcel Proust, James Joyce oder Thomas Mann beispielsweise. Literaten, die sich mit Epochenumbrüchen und dem Niedergang von Ständen auseinandergesetzt haben. Dann würde ihnen vielleicht klar, dass sie - letztlich erfolglose - Rückzugsgefechte kämpfen.

Obwohl sie scheinbar mit der Zeit gehen. Haben Sie jüngst noch das Maßband gezückt, um die Dimensionen eines Kanzleischildes auszuloten, so nehmen sie heute die Internetseiten der Berufsträger akribisch unter die Lupe. Und die Gerichte wollen das nicht honorieren, wie die aktuellen Urteile zeigen!

Warum muss die letzte Schlafmütze, der irgendwann einmal der Titel "Steuerberater" verliehen wurde, geschützt werden vor dem Kollegen, der sich mit innovativen Beratungsangeboten exponiert. Oder gegenüber Buchführungsunternehmen, die eine exzellente Arbeit mit überzeugendem Preis-Leistungs-Verhältnis bieten?

Der Steuerberater von heute muss sich durch Qualifikation und Expertise im Wettbewerb auszeichnen und nicht durch seinen Titel. Der Steuerberater, der etwas zu bieten hat, mehr zu bieten hat als der Kollege nebenan, muss Flagge zeigen. Und wo macht man dies heutzutage? Im Internet!

Warum beschäftigen sich die Standesvertreter nur mit einzelnen Internetseiten und nicht einmal mit dem, was ihre Mitglieder insgesamt online so zu bieten haben? Das würde ein ziemlich trübes Bild ergeben. Steuererklärungen Buchführung, Lohn, Jahresabschluss. Viel mehr ist oft nicht auf Steuerberater-Homepages zu finden. Ein Leistungsangebot, das ohne extra erwähnt werden zu müssen, jeder mit dem Begriff "Steuerberater" assoziiert. Doch wo wird das Besondere herausgearbeitet, die Qualität, die den Steuerberater gegenüber konkurrierenden Berufsgruppen außerhalb des Berufsstandes auszeichnen?

Wenn die einzelnen Mitglieder des Berufsstandes dies nur unzureichend schaffen, wäre das nicht eine Aufgabe für die Steuerberaterkammern? PR für den Berufsstand machen und nicht gegen die Mitglieder vorgehen, die PR machen.

Ihr Gerhard Schmidt

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