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Neuer Standard für Datenaustausch zwischen Steuerberater und Mandant verändert Qualität der Zusammenarbeit

Editorial des Email-Newsletters 09-2016 vom 07.10.2016

06.10.2016

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

 

Ohne „Datev-Schnittstelle“ ist praktisch keine kaufmännische Software für KMU marktfähig. Jeder Steuerberater kann Mandantendaten über diese Schnittstelle in seine Software einlesen, auch wenn diese nicht aus dem Hause Datev stammt. Die Datev konnte aufgrund ihrer Marktmacht den Standard setzen, an dem sich dann alle orientiert haben. Die klassische Datev-Schnittstelle ist eine unidirektionale Schnittstelle für den Datenfluss vom Unternehmen in die Kanzlei. Die umgekehrte Richtung ist nicht vorgesehen. Der Steuerberater fordert Daten vom Unternehmen, das sich um einen möglichst geschmeidigen Datenlieferservice für den Steuerberater bemüht. Eigentlich eine verkehrte Welt.

Aus Sicht des Unternehmens ist der Steuerberater dessen Outsourcing-Partner. Ein (kleiner) Teil des Geschäftsprozesses (z.B. die Buchführung) wird an den Steuerberater ausgelagert. Der wesentliche Teil des Geschäftsprozesses geschieht im Unternehmen. In der Regel unter Einsatz einer IT-Lösung. Diese kann vom einfachen Fakturaprogramm bis hin zum branchenspezifischen ERP-System reichen. Die Unternehmenssoftware muss mit Daten gefüttert werden, die dann in einen Datenkreislauf einfließen. Ärgerlich nur, dass ein Datenkreislauf nicht richtig in Schwung kommen kann, denn vom Steuerberater kommen ja keine Daten zurück.

Das soll sich nun grundlegend ändern. Im August dieses Jahres präsentierte die Datev die neue Standardschnittstelle DATEVconnect. Sie ermöglicht einen bidirektionalen Austausch von Daten. Daten können darüber direkt und ohne manuellen Eingriff in beide Richtungen fließen. Durch diesen zielgerichteten Informationsaustausch soll der Prozess beim Anwender ganzheitlich und ohne System- oder Medienbrüche unterstützt werden.

Wie schnell sich die neue Schnittstelle in der Praxis bei der Vernetzung unterschiedlicher IT-Landschaften verbreitet, wie sie sich bewährt und wie sie sich weiterentwickelt, wird spannend. Denn wenn die Mandantenunternehmen erst erkennen, welchen Nutzen sie von den Daten haben, die ihnen nun vom Steuerberater geliefert werden, bekommen sie Hunger nach immer mehr Daten.

Mit dem Konzept von DATEVconnect sind die technischen Voraussetzungen gegeben, eine echte Outsourcing-Beziehung zu realisieren. Das wird das Verständnis der Zusammenarbeit zwischen Steuerberater und Mandantenunternehmen radikal verändern. Die Unternehmen werden selbstbewusst immer mehr (Daten) vom Steuerberater fordern, der Steuerberater muss einen immer besseren (Daten)-Service anbieten. Wie werden die Steuerberater mit diesem Paradigmenwechsel klar kommen?

Ihr Gerhard Schmidt

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