Home  Editorial

Elektronische Kassensysteme – mal sehen, was ab 2017 passiert

Editorial des Email-Newsletters 12-2016 vom 23.12.2016

22.12.2016

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

 

Wo war in den letzten Wochen und Monaten nicht alles zu lesen „Ab 2017 kein Pardon mehr durch den Fiskus bei elektronischen Kassensystemen!" Eine gewisse Torschlusspanik schien sich breit zu machen. Die Anwender von Kassensystemen waren aufgescheucht, ihre Steuerberater ebenso, wollen sie doch ihre Mandanten zukünftig nicht in Schwierigkeiten wissen. Wieso eigentlich diese Hektik? Alles was ab 2017 für Kassen gilt, galt nach den GDPdU auch schon seit 2002. Es hat sich damals nur niemand darum gekümmert. Das hat auch der Fiskus gemerkt. Und hatte mit den Bargeldbranchen ein Einsehen. 2010 verkündete die Finanzverwaltung per BMF-Schreiben: Wenn ihr eure Kassen unverzüglich durch Softwareanpassungen und Speichererweiterungen so weit wie möglich den GDPdU entsprechend aufrüstet, dann drücken wir als Finanzverwaltung bis Ende 2016 bei den Kassen die Augen zu, die technisch nicht ausreichend nachjustierbar sind. Seitdem sind wieder sechs Jahr verstrichen und anscheinend haben viele Kassenbetreiber diese Zeit wieder untätig verstreichen lassen. Nur so ist die aktuelle Aufregung zu verstehen.

Grund zur Aufregung gibt, dass eine gerade oder in den nächsten Monaten angeschaffte Kasse in Kürze schon wieder ersetzt oder nachgerüstet werden muss. Aufgrund des in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. Darin wird für jede Kasse eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung gefordert. Da die Anforderungen daran noch nicht feststehen, sind diesem Gesetz genügende Kassen noch gar nicht am Markt.

Es wird interessant sein, wie sich 2017 das brisante Kassenthema weiter entwickelt. Werden Kassenbetreiber die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung weiterhin auf die eher leichte Schulter nehmen. Wie reagieren die Steuerberater darauf, die ihre Kassen-Pappenheimer ja genau kennen? Wird es wieder mehr offene Ladenkassen geben, denn eine Registrierkassenpflicht gibt es ja nach wie vor nicht? Wie penibel wird sich der Fiskus anstellen? Wie werden die Anforderungen an eine technische Sicherheitseinrichtung aussehen? Fest steht auf alle Fälle: es bleibt spannend mit den Kassen.

Ihnen und Ihren Familien wünschen ich ein frohes Fest und eine besinnliche Weihnachtszeit. Starten Sie gut in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017!

Ihr Gerhard Schmidt


Wo war in den letzten Wochen und Monaten nicht alles zu lesen „Ab 2017 kein Pardon mehr durch den Fiskus bei elektronischen Kassensystemen!" Eine gewisse Torschlusspanik schien sich breit zu machen. Die Anwender von Kassensystemen waren aufgescheucht, ihre Steuerberater ebenso, wollen sie doch ihre Mandanten zukünftig nicht in Schwierigkeiten wissen. Wieso eigentlich diese Hektik? Alles was ab 2017 für Kassen gilt, galt auch schon seit 2002 durch die GDPdU. Es hat sich damals nur niemand darum gekümmert. Das hat auch der Fiskus gemerkt. Und hatte mit den Bargeldbranchen ein Einsehen. 2010 verkündete die Finanzverwaltung per BMF-Schreiben: Wenn ihr eure Kassen unverzüglich durch Softwareanpassungen und Speichererweiterungen so weit wie möglich den GDPdU entsprechend aufrüstet, dann drücken wir als Finanzverwaltung bis Ende 2016 bei den Kassen die Augen zu, die technisch nicht ausreichend nachjustierbar sind. Seitdem sind wieder sechs Jahr verstrichen und anscheinend haben viele Kassenbetreiber diese Zeit wieder untätig verstreichen lassen. Nur so ist die aktuelle Aufregung zu verstehen.
     Grund zur Aufregung gibt, dass eine gerade oder in den nächsten Monaten angeschaffte Kasse in Kürze schon wieder ersetzt oder nachgerüstet werden muss. Aufgrund des in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. Darin wird für jede Kasse eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung gefordert. Da die Anforderungen daran noch nicht feststehen, sind diesem Gesetz genügende Kassen noch gar nicht am Markt.
     Es wird interessant sein, wie sich 2017 das brisante Kassenthema weiter entwickelt. Werden Kassenbetreiber die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung weiterhin auf die eher leichte Schulter nehmen. Wie reagieren die Steuerberater darauf, die ihre Kassen-Pappenheimer ja genau kennen? Wird es wieder mehr offene Ladenkassen geben, denn eine Registrierkassenpflicht gibt es ja nach wie vor nicht? Wie penibel wird sich der Fiskus anstellen? Wie werden die Anforderungen an eine technische Sicherheitseinrichtung aussehen? Fest steht auf alle Fälle: es bleibt spannend mit den Kassen.

Newsletter
 hier abonnieren
Premium-Partner
Munker Datenschutz
hmd SOFTWARE
COLLEGA
microdat
Audicon
ADNOVA - LAND-DATA
Simba
FIBUdata
DATAC
SBS Software GmbH
Stollfuß Medien
Partner-Portale
Forum Elektronische Steuerprüfung
rechnungsaustausch.org
Veranstalter