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Dynamik an der Schnittstelle Steuerberater und Mandantenunternehmen

Editorial des Email-Newsletters 10-2017 vom 18.10.2017

17.10.2017

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

 

Als ich vor 15 Jahren das „IT-Forum Steuerberater-Mittelstand“ im Internet an den Start brachte, folgte die Namenswahl für das Portal der Überlegung „Nennenswerte Unterschiede und neue Ideen bei den Branchenlösungen für die Steuerberaterkanzlei gibt es immer weniger, doch an der Schnittstelle zwischen Steuerberater und seinem (mittelständischen) Mandanten steckt noch viel Potenzial.“ Erst heute jedoch scheint dieses Potenzial in Dynamik umzuschlagen. Das zumindest war mein Eindruck auf der Fachausstellung des Deutschen Steuerberatertages, der kürzlich in Berlin stattfand.

Da gab es unter den Ausstellern eine ganze Reihe von Start-ups mit Angeboten genau an der Schnittstelle zwischen Mandantenunternehmen und Kanzlei. „Mit dem Steuerberater Belege, Daten und Informationen auszutauschen, kann heutzutage ganz einfach sein!“ war der Grundtenor ihrer Botschaft.

Die digitale Kommunikation zwischen Unternehmen und Kanzlei ist nun fürwahr kein neues Thema. Warum kommt gerade jetzt Bewegung hinein? Das liegt in erster Linie an den trägen Steuerberatern. 65 – 75 % aller Kanzleien machen aktuell noch einen Bogen um den digitalen Belegaustausch. Die meisten davon verfügen über die dafür nötige Software, nutzen sie aber nicht oder höchstens halbherzig. Nicht akzeptabel für junge Unternehmen  oder von der jüngeren Generation geführte Unternehmen. Die machen nun Druck gegenüber dem Steuerberater und so kommen Angebote auf den Markt, die exakt die Anforderungen dieser Unternehmen erfüllen.

Als besonders unflexibel und umständlich handzuhaben sehen die neuen Anbieter Unternehmen online der Datev. Und sind für ihr Geschäft guter Dinge, dass sich daran in den nächsten Jahren nichts ändern wird. Eine Software, die sich nur mit dem von Microsoft längst ausrangierten Browser Internet Explorer bedienen lässt, liegt einfach außerhalb der Vorstellungswelt (nicht nur) von „digital natives“.

Ob die in diesem Jahr neuen Aussteller im nächsten Jahr auch wieder beim Steuerberatertag zu sehen sein werden? Sind ihre Angebote wirklich innovativ und behaupten sich am Markt? Oder haben wir es eher mit Nudging (Anstupsen) zu tun, dem Thema des gerade ausgezeichneten Wirtschafts-Nobelpreisträgers  Richard Thaler. Konkret dem Anstupsen des Steuerberaters, sich endlich auf den digitalen Belegaustausch einzulassen? Wie auch immer: der Wind der Digitalisierung der Steuerberatung weht immer kräftiger.

Ihr Gerhard Schmidt

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