Home  IT-Management

CeBIT-Rückblick 2013: Individuelle, flexible, mobile Angebote

Von Gerhard Schmidt

25.03.2013

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

"Shareconomy" war das Motto der CeBIT 2013: effektive Ressourcenteilung auf der Basis flexibler Technologien. Ein passendes Motto, denn vieles, was die Hersteller von Steuerberatersoftware zeigten, ließ sich darunter subsumieren. Insbesondere an der Schnittstelle zwischen Steuerberaterkanzlei und Mandantenunternehmen.

Aussteller

Die für die Steuerberaterkanzlei relevanten Aussteller von branchenspezifischer Software sind dieselben wie im Vorjahr. Übersichtlich in nur zwei Messehallen verteilen sich: Addison, BMD, Datev, Haufe-Lexware, hmd, SBS Software und Simba.

Konvergenz in der Softwarefunktionalität

Auch in diesem Jahr zeigte sich: die funktionale Konvergenz bei Kanzleilösungen setzt sich weiter fort. Die einzelnen Softwareprodukte sind in ihrem Funktionsangebot immer weniger unterscheidbar. Statt der Funktionen der Programme treten zunehmend die sie benutzenden Personen in der Kanzlei sowie die Personen, für die die Kanzlei arbeitet, also die Mandanten, in den Fokus.

Flexible Benutzeroberflächen

Zu sehen ist dies beispielsweise bei den Benutzeroberflächen. Die müssen heute sehr flexibel sein. Ein oder mehrere Bildschirme in den unterschiedlichsten Größen finden sich heute an den Kanzleiarbeitsplätzen. In der Kanzlei oder mobil vor Ort. Dem wird eine starr vorgegebenes Bildschirmlayout längst nicht mehr gerecht. Eine höchst individuell gestaltbare doch zugleich intuitiv verständliche Oberfläche wird benötigt. Diese zu gestalten ist heute nicht mehr ausschließlich Sache des Programmierers. Farb- und arbeitspsychologische Aspekte spielen hier eine Rolle (etwa bei Simba) oder systematische Benutzerbefragungen (SBS Software).

Individuelle Auswertungen

Individuell sollten auch die Auswertungen sein, die die Mandanten aus der Kanzlei bekommen. In welchem Zusammenhang braucht welcher Mandant welche Informationen? Das Ist heute die Frage. Vorbei die Zeiten der Standard-BWA auf Papier im Querformat. Auf Smartphone oder Tablett will sich ein Chef heute seine Unternehmenskennzahlen anschauen. Alle Anbieter zeigten entsprechende Lösungen.

Mobile Anwendungen

Bei der Frage, was Apps für Smartphone und Tablett leisten können und sollen, waren die Softwareanbieter vor einem Jahr noch am Experimentieren. Inzwischen ist klar: Apps stellen in erster Linie komprimiert aufbereitete Information zur Verfügung, für den Steuerberater wie für den Mandanten.

Sicherheit

Die Vielfalt an mobilen Endgeräten mit diversen Benutzungsszenarios wirft eine Reihe von Sicherheitsfragen auf. Schließlich geht es im Kanzleikontext immer um sensible Unternehmensdaten. Simba setzt hier auf eine Softwarelösung, bei der die auf ein Mobilgerät zu übertragenden Daten den Weg über eine Sicherheitsschleuse nehmen, so dass sich potenzielle Angreifer nicht in den Übertragungskanal einklinken können. Die Datev zeigte den Prototyp einer Hardwarelösung. Auf Mobilgeräte ohne USB- doch mit Bluetooth-Schnittstelle kann damit mit Smartcardsicherheit zugegriffen werden.

ZUGFeRD wird Buchführung verändern

Fast alle Anbieter zeigten Pilotanwendungen oder Präsentationen des künftigen nationalen Rechnungsdatenstandards ZUGFeRD. Am ersten Messetag hatten das Bundesministerium des Innern das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der Branchenverband Bitkom in einer gemeinsamen Erklärung zur elektronischen Rechnung den Startschuss für ZUGFeRD gegeben. Gemeinsam unterstützen sie, dass die elektronische Rechnungsstellung in der Privatwirtschaft sowie der öffentlichen Verwaltung in Deutschland möglichst schnell Einzug hält. Mit ZUGFeRD kommen die Rechnungsdaten künftig als Datensatz beim Empfänger an und können per Mausklick direkt in die Buchführung übernommen werden - ohne manuelle Eingabe oder Umweg über OCR.

Veränderungen im Berufsstand

Irgendwann in den nächsten Jahren wird die Buchführung ihren Status als Vorbehaltsaufgabe verlieren. Das wird zu Strukturveränderungen im Berufsstand führen. Der Wettbewerb wird schärfer. Das sehen auch die Softwareanbieter so. Und fragen sich: Was müssen wir unseren Kunden, den Steuerberatern zur Verfügung stellen, damit diese sich im Wettbewerb behaupten können? Eine Antwort sind (wie bei BMD) Programmangebote zum Customer Relationship Management (CRM). Eine andere der Ausbau von Beratungsangeboten: "Wir sind Berater des Beraters" (Addison).

Veränderung der Angebote

Die Angebote der klassischen Anbieter von Kanzleilösungen werden sich also verändern (müssen). Der Softwaremarkt ist gesättigt. Es wird immer schwieriger, dem Wettbewerber vom verteilten Kuchen ein Stück abzunehmen. Insbesondere weil es immer weniger Gründe für eine Kanzlei gibt, den Softwareanbieter zu wechseln. Neue Geschäftsmodelle sind gefragt. Im Hintergrund scheint sich hier manches zu bewegen, so der Eindruck in Hannover. Was dabei konkret herauskommen könnte, verrät uns vielleicht schon die CeBIT 2014.

Marktberuhigung

Der Kanzleisoftwaremarkt scheint sich nach turbulenteren Jahren nun beruhigt und gefestigt zu haben. Hätte die Umfirmierung von Addison in Wolters Kluwer Software und Service GmbH zuvor noch Anlass zu mancherlei Spekulation gegeben, so ruft dies heute nicht viel mehr als ein Achselzucken hervor.

Newsletter
 hier abonnieren
Premium-Partner
Munker Datenschutz
hmd SOFTWARE
COLLEGA
microdat
Audicon
ADNOVA - LAND-DATA
Simba
FIBUdata
DATAC
SBS Software GmbH
Stollfuß Medien
Partner-Portale
Forum Elektronische Steuerprüfung
rechnungsaustausch.org
Veranstalter