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CeBIT-Rückblick 2016: Spannend wie lange nicht mehr

Von Gerhard Schmidt

25.03.2016

Gerhard Schmidt 
Dipl.-Informatiker Gerhard Schmidt ist Chefredakteur des "IT-Forum Steuerberater-Mittelstand".

Es war die spannendste CeBIT seit Jahren. „Digitale Transformation“ zeigte sich nicht als kurzlebiger Messeslogan sondern als Prozess, der alle Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft erfasst und Arbeit, Leben und Geschäftsmodelle verändert. Die Messe selbst befindet sich in einer Transformation. Eine Halle nur für Startups, eine Halle nur für Drohnenflug, das gab es so noch nicht. Die CeBIT stand in diesem Jahr unter dem Motto "d!conomy: join – create – succeed" und fokussierte sich auf die Frage, wie Unternehmen optimal die Chancen der Digitalisierung nutzen können. Insbesondere in der Zusammenarbeit zwischen den Steuerberatern und ihren Mandanten gab es interessante Entwicklungen zu sehen.

 

Für Steuerberater war es die CeBIT der ganz kurzen Wege, falls sie sich nur Kanzleisoftware anschauen wollten. Alle noch auf der CeBIT verbliebenen Anbieter waren in diesem Jahr in einer Halle in Sichtweite des traditionellen Datev-Standes. Mit der BMD GmbH und der Simba Computer Systeme GmbH waren dies nicht mehr allzu viele.

Wie arbeiten Steuerberatung 4.0 und KMU 4.0 zukünftig profitabel zusammen? Das, was seit einiger Zeit unter Industrie 4.0 diskutiert wird - insbesondere die unternehmensübergreifende Vernetzung, strahlt von den Großunternehmen zunehmend auch auf die weitere Wirtschaft ab.

Drei Lösungsansätze wurden auf der CeBIT gezeigt:

  • Hochintegrierte Software
  • Vernetzung über leistungsfähige Schnittstellen
  • Innovative Beratungs- und Dienstleistungsangebote basierend auf intelligenter Software


Diese Ansätze sind nicht zwingend Alternativen zueinander. Sie können sich auch überlagern oder ergänzen.

Hochintegrierte Software

Werden alle Daten einer Branchensoftware in einer einzigen Datenbank verwaltet, so können die Daten schneller und vielfältiger ausgewertet werden, als wenn sie vor einer Auswertung erst über Schnittstellen zwischen separat entwickelten Programmen hin- und hergeschaufelt werden müssen. Lohnsoftware ist ein klassisches Beispiel für von einem Dritten entwickelte Software, die in eine Kanzleisoftware eingebunden wird, die ansonsten von einem einzigen Hersteller stammt. Die Integration der Kanzleisoftware immer noch weiter zu treiben, hat sich insbesondere BMD auf die Fahnen geschrieben.

Vernetzung über leistungsfähige Schnittstellen

Aus der Perspektive eines Mandantenunternehmens ist der Steuerberater dessen Outsourcing-Dienstleister. Aus dem Datenkreislauf des Unternehmens wandern ausgewählte Daten zum Steuerberater, der wiederum (Auswertungs)daten an das Unternehmen zurückschickt. Traditionell wird dieser Datenaustausch allerdings aus der Perspektive des Steuerberaters gesehen: das Unternehmen hat passgenaue Daten für die Buchführungssoftware des Steuerberaters  zu liefern. Ob die an den Mandanten zurückgelieferten Daten so für diesen in seiner Software nutzbar sind, interessiert den Steuerberater eher weniger. Digitale Transformation bedeutet, die Zusammenarbeit Mandant-Steuerberater aus der Perspektive des Unternehmens zu sehen. Da zeigt sich dann sehr schnell, dass die herkömmlichen Datenschnittstellen viel zu schwach sind. Das hat die Datev nun mit DATEVconnect online  geändert. „Mit DATEVconnect online bauen wir bestehende Schranken ab und verfolgen das Ziel, möglichst viele in den Unternehmen bereits digital vorhandene Daten reibungslos für die Bearbeitung in der Steuerberatungskanzlei verfügbar zu machen.“ so Eckhard Schwarzer, der stellverstretende Vorstandsvorsitzende der Nürnberger Genossenschaft. Die Anbindung wurde im ersten Schritt mit drei Anbietern cloud-basierten ERP-Lösungen realisiert, der Exact Software Germany GmbH, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG und Scopevisio AG. Weitere ERP-Hersteller sind an der Schnittstelle interessiert.

Innovative Beratungs- und Dienstleistungsangebote basierend auf intelligenter Software

Im Zuge der Digitalisierung sammeln sich im Unternehmen immer mehr Daten an. In diesen Daten stecken beträchtliche Unternehmenswerte. Vielen KMUs ist das gar nicht bewusst. Oder sie haben keine Ahnung, wie sie sich diese Werte erschließen können. Simba zeigte für dieses Problem eine Lösung. Die neue Simba-Tochtergesellschaft Simba n³ Software GmbH bietet Leistungen im Bereich der visuellen Datenanalyse an. Nahezu in Echtzeit sind damit tiefere Einblicke in die Unternehmensprozesse und dadurch bessere und schnellere Entscheidungen möglich: Business Intelligence für KMU.

Fazit

Wir stecken mitten drin in der digitalen Transformation, das hat die CeBIT 2016 deutlich gezeigt. Spannende Ansätze und Lösungen, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern, waren in Hannover zu sehen. Vieles wird in den nächsten Jahren noch dazukommen. Setzen wir uns nach dem CeBIT-Motto damit auseinander: join – create – succeed.

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