Home  IT-Management

Trotz verbesserter digitaler Sicherheitslage steigt die Verunsicherung deutscher Onliner

23.06.2015

Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) hat den DsiN-Sicherheitsindex 2015 vorgestellt. „Der Index hat sich bundesweit zwar leicht verbessert. Das digitale Sicherheitsgefälle in Deutschland bleibt jedoch frappierend. Ein Viertel der Verbraucher bewegen sich im kritischen Bereich. Knapp 60 Prozent bedürfen zusätzlicher Unterstützung“, erläuterte Hartmut Thomsen, Vorsitzender von DsiN. Der neue Index zeigt auch, dass die Verunsicherung auf Verbraucherseite wächst. DsiN ruft daher die Plattform „Aktionsbund Digitale Sicherheit“ ins Leben, um Internet-Nutzern mehr Orientierung und Hilfestellung in Sachen IT-Sicherheit zu geben.

„Der DsiN-Sicherheitsindex zeigt, dass es noch viel zu tun gibt. Es gibt nur wenige Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihre Daten bereits ausreichend im Internet verschlüsseln. Deshalb unterstützen wir zahlreiche Aktivitäten, die zu einer verbesserten Aufklärung und Stärkung der Medienkompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher beitragen“, erklärte Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz. Tatsächlich sehen 76 Prozent der deutschen Internetnutzer eine stärkere Verantwortung für den Schutz ihrer Daten bei sich selbst. Gut 52 Prozent der Onliner stimmen zu, dass sie häufiger Sicherheitsmaßnahmen einsetzen sollten.

Der DsiN-Sicherheitsindex ermittelt die digitale Sicherheitslage der  Internetnutzer in Deutschland und wurde von TNS Infratest im Auftrag von DsiN durchgeführt. Die leichte Verbesserung des Index ist vorrangig auf weniger sicherheitsrelevante Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Kenntnisse bei Schutzmaßnahmen stagnieren hingegen und auch die Bereitschaft, vorhandenes Sicherheitswissen anzuwenden. „Auffällig ist die gestiegene Verunsicherung bei einem Rückgang der selbst registrierten Sicherheitsvorfälle. Gefühlte und tatsächliche Gefahrenlage laufen auseinander“, erklärte Hartmut Scheffler, Geschäftsführer von TNS Infratest Deutschland.

Gravierendes Sicherheitsgefälle in Deutschland

„Gravierend ist das enorme Sicherheitsgefälle zwischen Verbrauchergruppen in Deutschland“ so der DsiN-Vorsitzende (amt.) Thomsen. Insgesamt vier Nutzertypen differenziert der Index, die sich nach Sicherheitswissen und Verhalten im Netz unterscheiden. So liegt die Gruppe der sogenannten Außenstehenden nah am kritischen Schwellenwert von 50 Punkten, bei der die Sicherheitslage zu kippen droht. Die sichersten Nutzer im Netz liegen indes bei über 72 Punkten und erreichen ein insgesamt zufriedenstellendes Niveau.

„Aus Sicht von Deutschland sicher im Netz ist das Digitale Sicherheitsgefälle in Deutschland nicht akzeptabel. Wir brauchen eine Agenda Digitale Aufklärung 2.0, um dem Sicherheitsgefälle entgegenzuwirken“ erklärte DsiN-Vorstandsmitglied Alastair Bruce. „Diese umfasst einen individuellen Aufklärungsmix, der den Bedürfnissen der jeweiligen Nutzergruppe gerecht wird. Darüber hinaus ein vereinfachter Zugang zu Aufklärungsangeboten und den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.“

  • Außenstehende Nutzer: Die aktuell gefährdetste Gruppe (50,7 Punkte) hat die rote Laterne von den Fatalisten übernommen. Charakteristisch sind die Wissensdefizite zu Schutzmaßnahmen bei entsprechend geringer Umsetzung. Sie sind meist zwischen 60 und 69 Jahren alt und machen acht Prozent der Onliner aus; ihre private Internetnutzung liegt meist bei zehn Wochenstunden.
  • Fatalistische Nutzer: Diese Gruppe (52 Punkte) konnte gegenüber 2014 um fast acht Index-Punkte zulegen. Charakteristisch bleibt aber die enorme Diskrepanz zwischen guten Sicherheitskenntnissen einerseits und mangelnder Bereitschaft zur Umsetzung. Sie sind meist unter 30 Jahre alt und bis zu 20 Wochenstunden privat im Netz unterwegs. Diese Gruppe repräsentiert 17 Prozent aller Onliner in Deutschland.
  • Gutgläubige Nutzer: Mit 60,5 Punkten liegen die Gutgläubigen gut zehn Punkte über dem Schwellenwert. Charakteristisch sind hier die guten Sicherheitskenntnisse, die jedoch bei einer enormen Unbedarftheit kaum zur Anwendung kommen. Gutgläubige sind meist zwischen 30 und 59 Jahre alt, bis zu 30 Wochenstunden online und repräsentieren 32 Prozent der Internetnutzer.
  • Souveräne Nutzer: Mit 72,2 Punkten hat diese Gruppe ihr hohes Sicherheitsniveau des vergangenen Jahres halten können. Mit einer guten Si-cherheitskompetenz geht eine häufige Umsetzung einher. Sie sind meist 40 bis 49 Jahre alt und repräsentieren 42 Prozent der Onliner. Bei einer überdurchschnittlichen Internetnutzung haben die Souveränen eine sehr hohe Risikoexposition, sind aber nur durchschnittlich von Sicherheitsvorfällen betroffen.


Startschuss: Aktionsbund Digitale Sicherheit

„Um Verbrauchern den Zugang zu Aufklärungsangeboten zu vereinfachen, freuen wir uns, heute den Aktionsbund Digitale Sicherheit starten zu können“, so Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von DsiN e.V.. Im Aktionsbund werden Initiativen und Veranstaltungen von nichtkommerziellen Organisationen und Verbänden zusammengebracht. Ein Aktionsfinder, der auf jeder Website integrierbar ist, führt zu Aufklärungsangeboten gemäß der eigenen Bedürfnisse, des Wissensniveaus und der lokalen Umgebung.

„Die Vernetzung von Initiativen ist ein weiterer Baustein zur Digitalen Aufklärung 2.0, um Aufklärungsangebote für Verbraucher einfacher zugänglich zu machen und entspricht dem Anliegen der Internetnutzer, von denen sich 60 Prozent mehr Anleitungen zum sicheren Verhalten wünschen. Für eine breitenwirksame Aufklärung setzen wir auf die Zusammenarbeit aller Beteiligten“, so Littger. „Wir freuen uns über den regen Zuspruch und hoffen auf weitere Initiativen, die im Aktionsbund mitwirken.“

DsiN-Sicherheitsindex

Der DsiN-Sicherheitsindex wurde im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 2010 Internetnutzern durch TNS Infratest im Auftrag von Deutschland sicher im Netz erstellt. Er wird jährlich erhoben, um die digitale Sicherheitslage der Verbraucher in Deutschland zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus Anknüpfungspunkte für eine effektive und wirksame Aufklärungsarbeit liefern.

Download DsiN Sicherheitsindex

Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

DsiN wurde im 1. Nationalen IT-Gipfel ins Leben gerufen mit dem Ziel, als Ansprechpartner für Verbraucher und Unternehmen konkrete Hilfestellungen für mehr Sicherheitsbewusstsein im Netz zu leisten. In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern und Partnern entwickelt der Verein Strategien und Maßnahmen zum sicheren Umgang in der digitalen Welt. 2007 übernahm das Bundesministerium des Innern die Schirmherrschaft für DsiN. www.sicher-im-netz.de

Aktionsbund Digitale Sicherheit

Der Aktionsbund Digitale Sicherheit vernetzt hilfreiche Aufklärungsangebote von gemeinnützigen Initiativen und Verbänden. Der Verbund startete am 23. Juni 2015 anlässlich des DsiN-Jahreskongress. www.aktionsbund.org

Newsletter
 hier abonnieren
Premium-Partner
Munker Datenschutz
hmd SOFTWARE
COLLEGA
microdat
Audicon
ADNOVA - LAND-DATA
Simba
FIBUdata
DATAC
SBS Software GmbH
Stollfuß Medien
Partner-Portale
Forum Elektronische Steuerprüfung
rechnungsaustausch.org
Veranstalter