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Eindrücke eines Steuerberaters von der CeBIT 2010

Von Frank Rösner

07.03.2010

Frank Rösner

Frank Rösner 

Dipl.-Kfm. Frank Rösner ist selbständiger Steuerberater in Garmisch-Partenkirchen (www.stb-roesner.de). Neben seiner steuerberatenden Tätigkeit widmet er sich insbesondere dem Bürokratieabbau und der Kanzleiorganisation. Er ist Entwickler einer Software zur Leistungserfassung auf Basis von digitalen Stoppuhren (www.1a-leistungserfassung.de).

Steuerberater Frank Rösner hat sich drei Tage auf der CeBIT in Hannover umgeschaut, um sich ausführlich über die neuesten Entwicklungen zu informieren sowie für die Kanzleipraxis relevante Themen zu entdecken und zu diskutieren. Seine Schwerpunkte: Online-Brief, Digitale Belegverarbeitung, Dokumentenmanagement, Tablet-PC und Outsourcing von Kanzleisoftware.

Insgesamt fiel die übersichtlichere Struktur der Messe im Vergleich zu früher auf. Nicht weil es merklich weniger Aussteller waren, sondern weil die Messestände verstärkt themenorientiert angeordnet wurden. Auch hatte ich den Eindruck, dass mit "Showelementen" wesentlich sparsamer umgegangen wurde. Die "Kugelschreiberjäger" hatten jedenfalls schlechtere Karten als in den Vorjahren.

Online-Brief

Eine Neuentwicklung, die im Sommer auf den Markt kommen wird, ist der "Online-Brief" bzw. der "Brief im Internet" der Deutschen Post AG. Mit diesem neuen Produkt können zum einen Emails verbindlich und verschlüsselt zugestellt werden. Darüber hinaus ist es möglich, Emails und Briefe online an einen Empfänger zu senden, der selbst nicht online ist. Drucken, Couvertieren und Frankieren gehören damit der Vergangenheit an. Denn das übernimmt die Deutsche Post AG. Bleibt zu hoffen, dass die "Post" diesen Service zu einem attraktiven Preis anbieten wird.

Auf der Pressekonferenz zum Brief im Internet hatte ich außerdem die Gelegenheit, den Vorstand Brief der Deutschen Post AG, Jürgen Gerdes, darauf hinzuweisen, er möge mit der Finanzverwaltung abklären, dass über den Brief im Internet verschickte Rechnungen auch ohne qualifizierte digitale Signatur zum Vorsteuerabzug berechtigen. Ich werde den Online-Brief auf jeden Fall einrichten und beabsichtige die Einbeziehung in meine Kanzleipraxis.

Digitale Belegverarbeitung

Am Stand von FIBUdata informierte ich mich ausführlich über die digitale Belegverarbeitung. FIBUdata hat eine von den gängigen Kanzleisoftwareprogrammen unabhängige Stand-Alone-Lösung geschaffen, die ich weiter im Auge behalten werde.

Noch stehe ich dieser Entwicklung jedoch kritisch gegenüber, auch wenn immer mehr Steuerkanzleien damit werben: Doch die Praxis sieht meines Erachtens häufig anders aus. Denn das zeitraubende Element ist nicht die "klare" Buchung, sondern die "unklare" Buchung, welche Rückfragen nach sich zieht. Dieses Problem lässt sich durch eine digitale Belegverarbeitung nicht lösen. Ich denke deshalb zunächst nur über die Anschaffung eines leistungsfähigeren Scanners nach, damit meine Mandanten ihre Buchführungsbelege schneller zurück erhalten. Außerdem stehen mir die Scans dann bei der Jahresabschlusserstellung noch in digitaler Form zur Verfügung.

Dokumentenmanagement

Schon seit Längerem stört mich die umständliche Archivierung der Email-Flut und sonstiger Dokumente. Abhilfe schaffen hier sogenannte Enterprise-Content-Management- bzw. Dokumenten-Management-Systeme (ECM/DMS). Damit werden sämtliche Dokumente auf einer einheitlichen Plattform verwaltet, organisiert und gespeichert, von der Email bis zum Word-Dokument.

Ausführlich habe ich mir auf der Messe das Programm ELOoffice angesehen und werde es in nächster Zeit testen. Der erste Eindruck war jedenfalls sehr vielversprechend.

Tablet-PC

Im Hardwarebereich "verfolgte" mich seit einiger Zeit die Vorstellung von einem Tablet-PC ohne Tastatur und mit Stift-Bedienung. Fündig wurde ich bei Hanvon. Die Markteinführung ist für April vorgesehen. Ausgestattet mit SIM-Karte, Datentarif und WLAN bietet ein Tablet-PC eine ortsunabhängige und entspannte Internet-Recherche bzw. Email-Bearbeitung. Denn im Unterschied zu einem Smart-Phone verfügt ein Tablet-PC über ein ausreichend großes Display.

Outsourcing von Kanzleisoftware

Ein sehr aufschlussreiches Gespräch führte ich am Stand von Lansol zum Thema "Outsourcing von Kanzleisoftware", was im Grundsatz bedeutet, dass Software und Datensicherung auf einen Lansol-Server ausgelagert werden. Interessant fand ich diese Möglichkeit insbesondere im Hinblick auf die Vermarktung meiner eigenentwickelten Leistungserfassungssoftware.

Das waren meine wichtigsten Eindrücke aus Hannover. Natürlich gab es noch viele weitere Themen. Insgesamt war die CeBIT wieder ein spannendes Erlebnis und ich werde wohl auch 2011 die Koffer packen.

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