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Erfolgreiche Menschen leben das Prinzip „Nutzen bieten“

Ob im Privatleben oder im Beruf: Wer sein Denken und Handeln am Wohl anderer Menschen orientiert, steigert seine Erfolgsaussichten

Von Werner Bayer


Werner Bayer

Werner Bayer ist Vorstand der Helf­Recht Un­ter­nehmerische Planungsmethoden AG, Bad Alex­an­ders­bad (www.helfrecht.de).

„Der Wunsch, Nutzen zu bieten,
viel größeren Nutzen zu bieten als üblich,
ist die Grundlage des Erfolges und des guten Einkommens.
Auf den Wunsch, hemmungslos Nutzen zu bieten, 
auf diesen Wunsch kommt es an!“ 

(Dr. Gustav Großmann)

Einer der zentralen Erfolgsfaktoren in unserem Leben ist das Prinzip vom „Nutzen bieten“. Klingt zwar als Begriff heute etwas angestaubt, erweist sich aber inhaltlich zeitgemäßer denn je. Ganz gleich, ob im privaten, im beruflichen oder im betrieblichen Bereich: Nutzen zu bieten ist DER Erfolgsfaktor für ein gelungenes Leben: Hier liegen für jeden Menschen ungeahnte Erfolgschancen.

Erfolgreiche Menschen beherzigen dieses Prinzip vom „Nutzen bieten“. Sie wissen: Je mehr anderen Menschen sie mit ihrem Tun einen Nutzen bieten, desto mehr Menschen werden ihnen beim Erreichen ihrer Ziele helfen, desto erfolgreicher werden sie also selber sein. Anders ausgedrückt: Je mehr Nutzen ich biete, desto mehr Nutzen kommt zurück.

„Gebet, so wird Euch gegeben“, heißt es ja bereits im Lukas-Evan­ge­lium (6,38). Die modernere Übersetzung wird sogar noch deutlicher: „Schenkt, dann wird Gott Euch schenken; ja, er beschenkt Euch so überreich, dass Ihr gar nicht alles fassen könnt.“

Erst investieren, dann kassieren

„Erst säen, dann ernten“, lässt sich dieses Erfolgsprinzip auch auf einen ganz kurzen säkularen Nenner bringen. Für Land­wirte oder Hobbygärtner ist das selbstverständlich: Nur wenn ich ein Samenkorn in die Erde pflanze, wird sich daraus eine Pflanze entwickeln, die bei guter Pflege nach teilweise langer Reifezeit reichlich Früchte trägt. Sie müssen immer erst investieren, also in Vorleistung gehen, ehe Sie den Lohn für Ihr Engagement einstreichen können. Und: Je mehr Sie einsetzen, desto mehr können Sie in aller Regel auch ernten.

Dauerhafter geschäftlicher Erfolg ist ohne unternehmerische Ethik, oh­ne ein an moralischen Gesichtspunkten orientiertes Denken und Handeln, also ohne Nutzenbieten nicht möglich. Schon Henry Ford erkannte: „Ein Geschäft, das nur Geld verdient, ist ein schlechtes Geschäft.“

Denn neben materiellem Erfolg gehört zu den Merkmalen dauerhaft erfolgreicher Menschen vor allem der gute Ruf, den sie sich durch Anständigkeit, Aufrichtigkeit, Fairness und in jeder Hinsicht moralisches und verantwortliches Handeln erworben haben. Durch Nutzenbieten also, weil es für sie selbstverständlich ist, sich in die Lage von anderen zu versetzen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen, Lösungen anzubieten, die anderen Menschen nützen.

Wem bringt es welchen Nutzen?

Überlegen und beschreiben Sie deshalb bei der Planung Ihrer Ziele und Aktivitäten stets, welchen Personen Sie damit welchen Nutzen (in jeglicher Form, also materiell wie immateriell) bieten. Fragen Sie sich:

  • Was haben meine Kunden davon, meine Geschäftspartner, meine Mitarbeiter, meine privaten Freunde und Partner? Was bringt es für Volkswirtschaft, Umwelt oder Gesellschaft?

Denken Sie aber auch an sich selber: Was bringt es Ihnen? Welche Nutzenernte können Sie berechtigterweise erwarten, wenn Sie diesen Nutzen bieten?  

  • Was habe ich davon – welche materielle Nutzenernte, welche Anerkennung, welche Selbstbestätigung, …?

Wenn Sie sich bei Ihren Planungen stets am Gedanken des Nutzenbietens orientieren, haben Sie auch eine Gewähr dafür, dass Sie mit Ihren Zielen und Aktivitäten niemandem einen Schaden zufügen – der letztlich wieder Ihnen schaden würde.

In der heutzutage vielfach von Eigennutz und Ellbogenmentalität geprägten Gesellschaft ist das Nutzenbieten allerdings nicht unbedingt der Aspekt, den Geschäftsleute wie Privatpersonen bei ihrem Denken und Handeln vornan stellen. Nicht wenige sehen ausschließlich den möglichen Gewinn ihres Handelns und vergessen dabei, dass nur der gut ernten kann, der zuvor auch ordentlich gesät hat.

Gerade im Wirtschaftsleben verursacht doch Nutzenbieten vielfältige Wettbewerbsvorteile. Der Geschäftsmann, der seinen Kunden außergewöhnlichen Service bietet, sie mit viel Einfühlungsvermögen besonders aufmerksam und höflich behandelt, ihre Wünsche mit Herz und Kopf erfüllt, sich als partnerschaftlicher Problemlöser, Berater und Förderer seiner Kunden versteht, sie dabei unterstützt, besser und erfolgreicher agieren zu können – dieser Geschäftsmann wird sich auch in schlechten Zeiten nicht über mangelnde Kundschaft und über fehlenden Umsatz beklagen müssen. Ein gutes Image, Anerkennung, Weiterempfehlungen oder sogar Auszeichnungen sind weitere Formen seiner möglichen Nutzenernte.

Wir bewerten doch unsere ganze Umgebung danach, ob sie uns möglichst viel nützt – wobei die Art des Nutzenbietens äußerst unterschiedlich sein kann: So wählen wir den Arzt, von dem wir glauben, dass er uns am besten helfen kann (Nutzen: Problemlösung). Wir kaufen bei dem Bäcker und Metzger, wo uns Brot und Wurst am besten munden (Genuss) und wo wir zudem noch besonders freundlich bedient (Wohlfühlen) und kompetent beraten (Unterstützung) werden. Wir wählen Lebensgefährten, die uns helfen, das Leben lebenswerter zu gestalten (Liebe). Wir stellen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ein, von denen wir vermuten oder hoffen, dass sie unserem Unternehmen am besten nutzen (Unterstützung).

Balance zwischen Geben und Nehmen

Das ausgewogene Wechselspiel von Nutzen bieten und Nutzen ernten, die Balance zwischen Geben und Nehmen, ist solide Grundlage jeder Partnerschaft. Und eine wichtige Voraussetzung für Erfolg. Das bedeutet: Wenn Sie viel Nutzen bieten, sind Sie für viele Menschen ein interessanter Partner und bekommen dadurch vieles zurück.

Dieses Prinzip erkannten und beherzigten die Menschen bereits in der Antike. „Jeder nützt sich selbst am meisten, wenn er sich anderen als nützlich erweist“, schrieb etwa Seneca, der große römische Philosoph und Schriftsteller (und Erzieher des späteren Kaisers Nero), der die Menschen mit seinen Schriften und Worten zum rechten Verhalten bewegen wollte. Rund 100 Jahre nach ihm griff der römische Kaiser Marc Aurel Senecas Worte auf: „Werde also nicht müde, Deinen Nutzen zu suchen, indem Du anderen Nutzen gewährst.“ Der Freud-Schüler Alfred Adler formulierte es fast zwei Jahrtausende später ähnlich prägnant: „Der erfolgreiche Mensch beschäftigt sich mit den Interessen der anderen, der erfolglose und gewöhnliche Mensch vorwiegend mit den eigenen.“ Dr. Gustav Großmann schließlich, der große deutsche Planungs- und Arbeitsmethodiker, auf dessen Arbeiten das HelfRecht-Planungssystem fußt, formulierte daraus einen Anspruch an sich selbst: „In meiner Anständigkeit brauche ich mich von niemandem übertreffen lasen.“

Fazit

Wer viel Nutzen bietet, wird auch reichen Nutzen ernten! Wer die Wünsche anderer versteht und erfüllt, wird eigene Wünsche erfüllt bekommen und somit Erfolg haben. Wer andere mit seinen Zielen begeistert, wird Begeisterung ernten. Je mehr Menschen Sie mit Ihren Zielen und Taten einen Nutzen bieten, desto mehr Menschen werden Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele helfen, desto leichter und schneller werden Sie an Ihr Ziel gelangen, desto erfolgreicher werden Sie sein.

Abschließend zu diesem so wichtigen Thema Nutzenbieten noch ein wunderschönes Zitat von Goethe, der ja bekanntlich zu jeder Lebenssituation einen passenden Spruch parat hatte: „Willst Du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück.“


Anregungen zum Erfolgsprinzip „Nutzen bieten“

Wem können Sie welchen Nutzen bieten?

Je mehr Nutzen Sie bieten, desto erfolgreicher werden Sie sein. Überlegen Sie sich deshalb ganz genau, wie Sie dieses Erfolgsprinzip in Zukunft noch wirkungsvoller einsetzen können:

  • Was bedeutet eigentlich für Sie „Nutzen bieten“? Schreiben Sie einfach mal alles auf, was Ihnen zu diesem Begriff einfällt.
  • Wenn Sie die Ist-Situation betrachten: Mit welchen Ihrer Begabungen und Fähigkeiten bieten Sie in Ihrem Privatleben und mit Ihrem Unternehmen welchen Menschen welchen Nutzen? ð    Welche Nutzenernte bringt Ihnen das ein?
  • Wenn Sie genauer nachdenken: Welchen Menschen oder gesellschaftlichen Gruppen könnten Sie außerdem noch auf welche Weise einen Nutzen bieten?
  • Welche Nutzenernte könnten Sie von diesem zusätzlichen Nutzenbieten jeweils realistisch erwarten?
  • Was also können und werden Sie künftig tun?

Diese Seite wurde im Februar 2009 in das Forum aufgenommen und im Februar 2009 zuletzt geändert.

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