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Was tun gegen Forderungsausfall?

Von Hans-Günther Gilgan

Hans-Günther Gilgan

Hans-Günther Gilgan  
RA Hans-Günther Gilgan (www.gilgan.de) war seit 1985 als Geschäftsführer von Steuerberaterkammer und Steuerberaterverband Westfalen-Lippe tätig. Ab 2013 widmet er sich ausschließlich seiner 1994 gegründeten Kanzlei. Tätigkeitsschwerpunkte sind Beratung und Vertretung in berufs- und gebührenrechtlichen Angelegenheiten sowie Vorträge zu kanzleiorganisatorischen Themen, z.B. Steuerberatungsvertrag, Honorarmanagement und Zukunft des steuerberatenden Berufs.

Aus den unterschiedlichsten Gründen lassen sich Steuerberater immer wieder von den Mandanten vertrösten, wenn sie diese zur Zahlung des Honorars aufgefordert haben. Nicht zuletzt aus Angst, der Mandant könnte kündigen, unterlässt der Steuerberater ein konsequentes Beitreiben der Außenstände. Hinzu kommt, dass man die (Dauer-)Mandate über längere Zeit betreut hat, sich mittlerweile duzt und deshalb glaubt, dem Mandanten gegenüber besonders rücksichtsvoll sein zu müssen. Ein fataler Irrtum, der einem nicht gedankt wird, sondern zum (weiteren) Verfall der Zahlungsmoral führt; ein Prozess, der nicht oder nur ganz bedingt wieder umgekehrt werden kann.

Hilfeleistung in Steuersachen wird in der Regel als Dienstvertrag, in Ausnahmefällen als Werkvertrag erbracht. Im Rahmen des Dienstvertrages ist der Steuerberater zur Vorleistung verpflichtet mit der Folge, dass das Honorar erst nach Erbringung der Dienstleistung gefordert werden kann; im Rahmen des Werkvertrages wird das Honorar erst mit Abnahme des Werkes fällig, womit auch hier der Steuerberater im Prinzip zur Vorleistung verpflichtet ist.

Während Steuerberater ihre Verpflichtungen aus dem Mandat gewissenhaft, eigenverantwortlich und unabhängig wahrnehmen, sieht das bei den Mandanten nicht selten ganz anders aus: sie wollen das Honorar nur teilweise oder gar nicht bezahlen und berufen sich hierbei vor allem auf angeblich nicht erteilte Aufträge, unangemessen hohe Gebühren oder fehlerhafte Beratung und rechnen dann mit den sich daraus ergebenden Schadensersatzansprüchen gegen die geltend gemachten Gebührenforderungen auf. Gerät der Mandant in die Insolvenz, werden aus den offenen Gebührenforderungen Masseforderungen und damit weitgehend entwertet.

Aus den unterschiedlichsten Gründen lassen sich Steuerberater immer wieder von den Mandanten vertrösten, wenn sie diese zur Zahlung des Honorars aufgefordert haben. Nicht zuletzt aus Angst, der Mandant könnte kündigen, unterlässt der Steuerberater ein konsequentes Beitreiben der Außenstände. Hinzu kommt, dass man die (Dauer-)Mandate über längere Zeit betreut hat, sich mittlerweile duzt und deshalb glaubt, dem Mandanten gegenüber besonders rücksichtsvoll sein zu müssen. Ein fataler Irrtum, der einem nicht gedankt wird, sondern zum (weiteren) Verfall der Zahlungsmoral führt; ein Prozess, der nicht oder nur ganz bedingt wieder umgekehrt werden kann.

Was hilft gegen Forderungsausfall?

  • Abschluss schriftlicher Aufträge: damit wird den Mandanten das Bestreiten der Auftragserteilung erheblich erschwert;
  • Anforderung von Vorschüssen: erhöht die Liquidität, macht wirtschaftliche Schwierigkeiten des Mandanten deutlich, wenn der Vorschuss teilweise oder ganz ausbleibt;
  • Zeitnahe und ordnungsgemäße Abrechnung nach Beendigung/Erledigung des Auftrags: ist Voraussetzung für ein Zurückbehaltungsrecht, verkürzt die Verjährungszeiträume für evtl. Rückforderungen von Honorar
  • Abschluss von Bargeschäften bei Insolvenzgefährdung: verhindert die Anfechtbarkeit der Zahlung durch den Insolvenzverwalter
  • Abtretung von Steuererstattungsansprüchen: hilft in besonderen, wenigen Ausnahmefällen
  • Erteilung einer Zahlungsanweisung an das Finanzamt: ist hilfreich, kann aber vom Mandanten jederzeit widerrufen werden;
  • Factoring


Factoring

Das Factoring bringt besondere Vorteile für Steuerberater mit sich:

  • Das gesamte Forderungsmanagement kann ausgelagert werden, womit für das Kerngeschäft mehr Zeit gewonnen wird;
  • Der Forderungseinzug wird professionalisiert;
  • Der Mandant muss  Honorardiskussionen mit einem Dritten, dem Factor, führen. Das Verhältnis zu ihm ist nicht von der Vertrautheit und der persönlichen Beziehung geprägt wie gegenüber dem Steuerberater.
  • Die Abtretung von Forderungen an Berufsgesellschaften im Sinne des § 64 Abs. 2 StBerG ist ohne Zustimmung der Mandanten möglich. Es entfällt die Notwendigkeit, die schriftliche Einwilligung des Mandanten einzuholen oder ein rechtskräftiges Urteil gegen ihn zu erwirken.
  • Im Rahmen des echten Factoring übernimmt der Factor (= Käufer) die Forderung endgültig, ohne Rückgriffmöglichkeit auf den Forderungsverkäufer. Sollte der Schuldner (= Debitor) die Forderung nicht ausgleichen können, trägt der Factor das Ausfallrisiko. Nur bei diesem echten Factoring wird auf den Factoringvertrag tatsächlich Kaufrecht angewandt.
  • Factoring ist eine alternative Finanzierungsform, die den Steuerberater nicht zuletzt auch unabhängiger von seiner Hausbank macht.


Weitere Informationen zum Factoring siehe Gilgan, Factoring als alternative Finanzierungsform für Steuerberater, NWB 18/2014 S. 1383

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