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Der Steuerberater wird zum Digitalisierungs-Experten

Von Tobias Täuber

07.03.2017

Tobias Täuber

Tobias Täuber 
Tobias Täuber ist Abteilungsleiter Produktmanagement IT-Lösungen bei Agenda Informationssysteme GmbH & Co. KG

Viele Unternehmen nutzen Software-Anwendungen und Cloud-Lösungen, um betriebswirtschaftliche Prozesse digital und online abzuwickeln. Das betrifft auch steuerliche Vorgänge, nicht zuletzt aufgrund der Modernisierung der betreffenden Verfahren durch die Regierung. Steuerberater befinden sich dabei an der Schnittstelle zwischen ihren Unternehmensmandanten und den Finanzbehörden. Da die Daten, mit denen sie arbeiten, hochgradig sensibel sind, müssen sie Fragen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes stets im Blick behalten. Wenn Steuerberater dieses Know-how gezielt an ihre Klienten weitergeben, können sie sich mit der Beratung in Sachen Digitalisierung einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Der Steuerberater als IT-Sicherheitsexperte

Viele Firmen stehen vor der Herausforderung, die Vorteile des digitalen Fortschritts bestmöglich zu nutzen und gleichzeitig den Anforderungen rund um Informationssicherheit im Netz gerecht zu werden. So zeigen aktuelle Studien, dass hohe Erfordernisse an IT-Sicherheit und Datenschutz als größte Hürde für die Digitalisierung im Mittelstand gelten. In vielen kleinen und mittleren Unternehmen sind die Erfahrungswerte und Ressourcen zur Identifizierung von Risiken und angemessenen Schutzmaßnahmen noch nicht vorhanden. Steuerberater können dabei helfen, diese Lücke zu schließen. Denn durch die erhöhten Schutzanforderungen in Bezug auf steuerbezogene Daten verfügen sie bereits über relevantes Spezialwissen. Wenn sie dieses Know-how teilen, auf wichtige Fragestellungen hinweisen und gegebenenfalls die Beratung durch einen technischen Experten anregen, bieten sie ihren Klienten einen echten Mehrwert.

Nicht jeder fühlt sich jedoch wohl damit, eine solche Rolle zu übernehmen. Denn auch wenn Steuerberater im Bereich IT-Sicherheit über Erfahrungen und Wissen verfügen, die für ihre Unternehmensmandanten hilfreich sind, bestehen möglicherweise Bedenken, die eigenen Kompetenzen zu überschreiten. Hier gilt: Wer sich auf Praxiswissen aus dem Arbeitsalltag stützt, bewegt sich auf verlässlichem Boden. Steuerberater bieten ihren Mandanten Orientierung, indem sie ihnen Fragestellungen und Problemfelder vor Augen führen, die sie mit großer Wahrscheinlichkeit aus der eigenen Kanzlei kennen. Entscheidungen über eingesetzte Hardware, Systeme und Programme sollten im Zweifel immer mit der Unterstützung eines IT-Spezialisten getroffen werden.

Gesprächsleitfaden IT-Sicherheit: Was zu klären ist

Im Vorfeld sollte stets die Frage beantwortet werden, welche Daten die Firma mithilfe cloudbasierter Anwendungen übermitteln und speichern will. Handelt es sich dabei um sensible Informationen wie Steuer-, Personal- oder Lohndaten, müssen höchstmögliche Schutzmaßnahmen greifen. Wer als Steuerberater bereits Erfahrungen mit Cloud-Diensten gesammelt hat, weiß wie wichtig es ist, detaillierte Informationen zum Anbieter und den jeweiligen Sicherheitsvorkehrungen einzuholen. Folgende Punkte gilt es dabei zu beachten:

  • Marktposition des Anbieters

Wenn der gewählte Cloud-Anbieter bereits seit mehreren Jahren am Markt etabliert ist, können Kunden darauf vertrauen, dass die Dienstleistung dauerhaft und verlässlich angeboten wird.

  • Standort des Rechenzentrums

Für Steuerdaten ein Muss und auch für die Speicherung sensibler Unternehmensdaten relevant: Am Standort Deutschland unterliegen die digitalen Informationen den höchsten Sicherheitsstandards weltweit.

  • Sicherheit des Rechenzentrums

Ist das Rechenzentrum mit einem mehrstufigen Sicherheitssystem ausgestattet, um den Zutritt von Unbefugten zu verhindern? Sind redundante Daten- und Stromleitungen eingerichtet, die bei einem Ausfall der Hauptleitung die kontinuierliche Versorgung der Server sichern? Bietet das Rechenzentrum maximalen Brandschutz? Nur wenn die Antwort auf diese Fragen „ja“ lautet, kann der Verlust von Daten aufgrund technischen Versagens ausgeschlossen werden.

  • Vorhandene Zertifizierungen

Die Zertifikate ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 20000 weisen verlässlich nach, dass das Personal auf Datensicherheit geschult ist, regelmäßige Backups durchgeführt werden, Notfallpläne bestehen und das Rechenzentrum physisch und virtuell gesichert ist.

  • Verschlüsselung der Daten

Verwendet der gewählte Cloud-Anbieter ein modernes und anerkanntes Verschlüsselungsverfahren wie AES (für symmetrische Verschlüsselungen) oder RSA (für asymmetrische Verschlüsselungen)? Erfolgt die Verschlüsselung bereits während der Übertragung der Daten? Informationen hierzu können Kunden in den Vertragsdaten einsehen.

Außerdem sollten Steuerberater ihre Mandanten auf wichtige Sicherheitsvorkehrungen in deren Unternehmen hinweisen. Dazu zählen beispielsweise der Einsatz einer professionellen Firewall und eines zuverlässigen Virenprogramms. Auch sollten regelmäßig Kontrollen durchgeführt werden, wer zu welchem Zeitpunkt und mit welchen Rechten auf vertrauliche Informationen zugreifen kann. Eine physische Zugangssicherung sorgt dafür, dass unbefugte Personen keinen Zugriff auf sensible Daten erhalten. Nicht zuletzt sollte auch die Firma über eine redundante Internetverbindung verfügen und Hardware-Komponenten nutzen, die darauf ausgelegt sind, rund um die Uhr zu arbeiten.

Fazit: Wissen schafft Vertrauen

Wenn Steuerberater diese Erfahrungswerte teilen, übernehmen sie eine wichtige Beratungsfunktion und ebnen kleinen und mittleren Unternehmen den Weg in die Cloud. So positionieren sie sich als vertrauenswürdiger und hilfsbereiter Partner der Firmen und verschaffen sich einen Vorsprung im Wettbewerb um Mandanten.

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