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Newsletter Ausgabe 6-2011 vom
30. Juni 2011

Inhalt:

MAGAZIN


MARKT

Editorial: Die Angst vor dem Raubritter


Sitten wie im Mittelalter. Da übernimmt der Handelsreisende an der Grenze Waren von seinem Lieferanten, der dafür ordentlich seinen Zoll bezahlt, reitet in den Wald hinein und wird kurz danach von einer Horde aus dem Gebüsch hervorbrechender Bewaffneter angehalten. Er erkennt sie als die Zöllner von eben wieder. Einem von ihnen baumelt das Säckchen Taler mit der Zollzahlung am Gürtel. Zoll für die Waren verlangen die Burschen. Der Verweis auf das Säckchen fruchtet wenig. Der Händler hätte die Zollquittung deutlich sichtbar an der rechten Seite seines Wagens befestigen müssen und nicht an der linken. Außerdem sei eines der Pferde kurzzeitig in eine im Wald nicht zulässige Gangart verfallen. Das seien zwei gravierende Verfahrensfehler. Daher gälten die Waren formal als unverzollt und der Zoll sei nun fällig.

Genau so ist die Praxis heute bei der Umsatzsteuer. Der Fiskus treibt oft eiskalt die Umsatzsteuer aus einem Umsatz doppelt ein, indem er aus formalen Gründen den Vorsteuerabzug versagt, wohl wissend, dass die Umsatzsteuer aus dem Umsatz längst in der Staatskasse klimpert. Das haben die Unternehmen und ihre steuerlichen Berater oft leidvoll erfahren und sind entsprechend sensibilisiert. Deutlicher ausgedrückt: sie haben Angst vor dieser Art des Raubrittertums.

Diese Angst artikuliert sich aktuell in der Diskussion um die Erleichterungen beim elektronischen Rechnungsaustausch durch das kurz vor der Verabschiedung stehende Steuervereinfachungsgesetz.

Kann es sein, dass der Weg bei elektronischen Rechnungen für all die, die den Weg durch den dunklen Wald scheuen, zukünftig über ein ebenes, offenes Feld führt? Da gibt es doch für Wegelagerer keine Verstecke wie Gebüsche oder Felsen! Oder doch? Frisch ausgehobene Erdbunker vielleicht? Wird von mir etwa erwartet, dass ich, weil die Tatsache, dass ich das anderen Ende der Ebene erreicht habe, als Indiz für meine Ankunft dort nicht zählt, meinen genauen Weg durch die Ebene erst in eine Landkarte einzeichne und dann in einem Logbuch dokumentiere, dass ich genauso gereist bin? Fragen der Art: Wo sind die formalen Haken, aus denen mir der Fiskus einen Strick drehen kann? Es muss sie doch geben!

Und wenn nicht? Weil die Angst unbegründet ist? Weil es zukünftig beim Vorsteuerabzug alleine um die inhaltliche Frage geht, ob der in einer elektronischen Rechnung beschriebene Umsatz exakt so stattgefunden hat oder ob er fingiert ist? Und nicht um formale Nebensächlichkeiten?

Angst lähmt. Und Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die Angst vor dem Raubrittertum des Fiskus ist wohl weit verbreitet. Das wiederum macht mir Angst.

Ihr Gerhard Schmidt

IT-Management: Rechtliche Anforderungen an Dokumentenmanagement in Europa (VOI (Hrsg.))

Welche Aufbewahrungsfristen gelten in Frankreich? Müssen Unternehmen in England ihre E-Mails archivieren? Mit welchen Sanktionen muss jemand in Spanien rechnen, der seine kaufmännischen Unterlagen nicht gesetzeskonform aufbewahrt? Fragen wie diese sind für international tätige Unternehmen sowie deren steuerliche Berater relevant. In der vom VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e. V. soeben aktualisiert herausgegeben kostenlosen Publikation „Legal Requirements for Document Management in Europe“ können europaweit agierende Unternehmen die Antworten auf diese und andere Fragen nachlesen.

IT-Management: Serie "Steuersicher archivieren" - Archivierung von PC-Dateien (Von Thorsten Brand, Stefan Groß, Ivo Geis, Bernhard Lindgens, Bernhard Zöller)

Hier geht es um elektronisch erzeugte oder empfangene Unterlagen, die in typischen PC-Anwendungen entstehen, wie zum Beispiel Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulations- dokumente. Relevant ist, ob diese Unterlagen der steuerlichen Aufbewahrungspflicht unterliegen, und nicht auf welcher Plattform (PC-System, Unix-Workstation etc.) und mit welcher Anwendung die Dateien erstellt wurden.

Forschung: Nutzung und Akzeptanz von Services für einen elektronischen Rechnungsaustausch

Gegenstand der Umfrage der Universität Frankfurt und des "Forum elektronische Rechnung" ist die Assimilation der elektronischen Rechnung. Unter Anderem geht es darum, mögliche Hinderungsgründe zu identifizieren. Die Initiatoren der Befragung würden sich freuen, wenn sich möglichst viele Unternehmen beteiligen. Die Fragen lassen sich in lediglich 10 Minuten beantworten.

Literatur: Inside Steuerfahndung (Frank Wehrheim und Michael Gösele)

Neben BND und BKA gibt es eine staatliche Institution in der Bundesrepublik, deren weitreichende Befugnisse meistens unterschätzt werden - die Steuerfahndung. Was macht die Steuerfahndung? Wie arbeitet sie? Wie groß ist ihre Macht wirklich? Dieses Buch ist von einem absoluten Insider geschrieben und bietet einen Blick hinter die Kulissen einer Institution, über die die meisten Menschen fast nichts wissen, die aber allen ein latent unangenehmes Gefühl bereitet.

LAND-DATA: Cloud Computing in der Landwirtschaft: LAND-DATA etabliert zukunftsweisende IT-Strategien

Auch in der Landwirtschaft werden IT-Dienstleistungen zunehmend über ein hochverfügbares, virtuelles Serversystem externer Anbieter genutzt. Der Zugriff erfolgt über eine geschützte Internetverbindung per VPN-Client. Das moderne "Arbeiten in der Cloud" hat den Vorteil, dass Softwareanwendungen und Hardware sowie die entsprechenden Datensicherungen nicht mehr vor Ort bereitgehalten und gewartet werden müssen. Als kompetenter Partner für den landwirtschaftliche Berufsstand mit langjähriger Branchenerfahrung bietet LAND-DATA Buchstellen und Steuerberatungskanzleien sowie landwirtschaftliche Unternehmen moderne IT-Infrastruktur als Service an.

SBS Software: Ständige Aktualität in der SBS Software Entgeltabrechnung

Die ständige Aktualität in der SBS Software Entgeltabrechnung wird weitgehend durch eine intelligente Umsetzung von Gesetzesvorgaben erreicht. Hierzu gehört natürlich nicht nur der Hersteller, sondern auch die Kunden und Partner des Entwicklungshauses. Denn gerade die Zufriedenheit des Anwenders spricht Bände, insbesondere über Zuverlässigkeit und komfortable Umsetzung von Neuerungen. Regelmäßig werden hierzu Kunden und Partner aufgesucht und eingeladen. Die Umsetzungen der letzten Monate wurden einerseits streng nach gesetzlichen Vorgaben durchgeführt, aber auch in der Voraussicht, was zukünftig gefragt ist. Und ein weiterer Aspekt darf hierbei nicht vergessen werden: Das Unternehmen informiert seine Kunden und Partner ausführlich über den Inhalt eines jeden Updates, Informationsschreiben stehen also immer zeitnah zur Verfügung und müssen nicht separat angefordert werden. Was wurde kürzlich umgesetzt? Hier nun drei Themenbereiche.

Audicon: SoD-Check für SAP-Systeme

Unternehmen, die sich vor Wirtschaftskriminalität schützen wollen, kommen um das Thema Segregation of Duties (= SoD) nicht herum. Für die Fraud-Prävention ist es unumgänglich, sich einen Überblick über die im System bestehenden Berechtigungen zu verschaffen - doch das ist gerade in SAP nicht immer einfach. Hilfe bietet der Audicon SoD-Check.

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