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Compliance-Studie deckt Defizite im deutschen Mittelstand auf

28.03.2014

Eine aktuelle Studie der Berliner Unternehmensberatung AGAMON Consulting zeigt, dass in vielen Unternehmen kein wirksames Compliance Management System existiert. Auch die bestehenden Compliance-Funktionen weisen gravierende Schwächen auf. Insgesamt 1.637 Unternehmen des deutschen Mittelstands haben die Autoren der Studie Eckart Achauer und Dieter Baumert zum Thema Compliance Management System (CMS) befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd.

chäftsführer Eckart Achauer: „Zwar beobachten wir insgesamt eine positive Entwicklung, dennoch verfügt noch immer rund ein Viertel der befragten Unternehmen nicht über ein institutionalisiertes CMS“.

Gefragt wurde in der Studie u.a. nach dem Stand der Entwicklung, nach Maßnahmen zur Feststellung und Kontrolle von Compliance-Verstößen sowie nach geeigneten Vorsorgemaßnahmen. Deutliche Schwächen sind bei der Prävention zu sehen: nur rund 25% haben ein Antikorruptionsprogramm eingerichtet oder führen turnusmäßig Sicherheitsüberprüfungen durch.

Auch bei der Einrichtung von Hinweisgebersystemen liegt der Mittelstand zurück: weniger als die Hälfte der Unternehmen verfügt über ein sog. „Whistleblowing-System“ zur (anonymen) Meldung von Fehlverhalten.

Ungeachtet der nahezu täglichen Berichterstattung über Betrugs- und Korruptionsvorwürfe besteht vielerorts noch Skepsis gegenüber einem CMS. Als Hauptargument werden hohe Kosten (50%) und hoher Kontrollaufwand (37%) genannt. Dazu Geschäftsführer Achauer: „Die Sorge vor hohen finanziellen Aufwendungen ist unbegründet. Bereits mit wenigen einfachen Mitteln kann ein wirksames Kontrollsystem aufgebaut werden, welches das Management vor schwerwiegenden Folgen schützen kann“.

Die Studie gibt einen aktuellen Überblick zum Status Quo des Compliance Managements im deutschen Mittelstand. Dabei erhält der Leser praxisnahe Hinweise, wie eine Compliance-Organisation sinnvoll aufgebaut wird, gegen welche Delikte sich ein CMS primär richtet und welche Maßnahmen bei Verstößen eingeleitet werden. Auch beschäftigt sich die Studie mit dem Trend bei der Entwicklung von CM-Systemen. Eckart Achauer: „In Zukunft ist die faktische Erfüllung regulatorischer Anforderungen nicht mehr ausreichend. Vielmehr ist die psychologische und soziologische Bedeutung von Compliance bei den Maßnahmen zum Aufbau eines CMS in besonderem Maße zu berücksichtigen. Das erfordert ein verändertes Vorgehen, das eine breite Akzeptanz im Unternehmen schafft“.

 

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